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TAXE: Linke klagt gegen EU-Kommission (also available in English)

Fabio De Masi

(English version below)

Ein Rechtsgutachten im Auftrag der Linksfraktion (GUE/NGL) im Europäischen Parlament kommt zu dem Ergebnis, dass die Weigerung der EU-Kommission, zentrale Dokumente aus der Ratsarbeitsgruppe Unternehmensbesteuerung (Code of Conduct Group) zu veröffentlichen, gegen EU-Recht verstößt. Das Gutachten wurde vom Völker- und Europarechtler Prof. Andreas Fischer-Lescano (Direktors des Zentrums für europäische Rechtspolitik der Universität Bremen) sowie Nele Austermann (Universität Bremen) verfasst. Demnach hat die EU-Kommission die Einschränkung der Informationsrechte nicht hinreichend begründet.

Der Europaabgeordnete und Koordinator der Linksfraktion im Sonderausschuss zu Steuervorbescheiden und Maßnahmen ähnlicher Art oder Wirkung (TAXE), Fabio De Masi, klagt nun in erster Instanz vor dem Gericht der Europäischen Union (EuG). Er wird dabei von Prof. Fischer-Lescano vertreten. De Masi kommentiert die Klage:

"Bad Cop, Good Cop ist nicht mehr. Die EU-Kommission kann sich nicht weiter hinter den Mitgliedsstaaten verstecken. Diese haben kein Recht, der Kommission vorzuschreiben, ob sie ihre Protokolle von der Ratsarbeitsgruppe zur Unternehmensbesteuerung veröffentlicht oder nicht. Als Abgeordnete konnten wir bisher zudem viele Dokumente nur in einem Leseraum einsehen. Die EU-Kommission ließ Informationen zu fast der Hälfte aller 28 Mitgliedstaaten schwärzen. Das ist mehr Geheimniskrämerei als beim TTIP-Freihandelsabkommen mit den USA.“

De Masi abschließend: „Bei den Dokumenten geht es nicht um das Steuergeheimnis von Privatmann Herrn Müller, sondern um die Steuertricks von Juncker und Co. Es reicht nicht, wenn die Mitgliedsstaaten gemütliche Vertraulichkeit verabreden. Dies muss in jedem Einzelfall gut begründet werden und das haben weder Kommission noch Mitgliedstaaten getan. Daher ziehen wir nach Luxemburg vor das EuG bzw. den EuGH - im Interesse der europäischen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler, die jährlich um hunderte Milliarden Euro geprellt werden!"

 

TAXE: GUE/NGL member sues European Commission over document access

 

A legal study commissioned by GUE/NGL finds that the European Commission violated EU law when not disclosing documents, such as its minutes of the European Council's Code of Conduct Group on business taxation, and by imposing restrictions on MEPs' access to documents.

The study (see file attached) has been authored by the Director of the Centre of European Law and Politics at the University of Bremen (Germany), Professor Andreas Fischer-Lescano, and Nele Austermann (University of Bremen). It asserts that the Commission has not sufficiently justified the limitations and restrictions it set for MEPs of the TAXE committee requesting access to Council documents when investigating tax rulings and other measures similar in nature or effect that helped multinational corporations avoid paying billions of tax.

The GUE/NGL coordinator in TAXE, MEP Fabio De Masi, legally represented by Professor Fischer-Lescano, now filed a law suit against the Commission at the Court of the European Union (court of first instance). De Masi comments: "The Commission can no longer hide behind excuses on tax secrecy when withholding vast amounts of political information from elected members of parliament. This is not about privacy of individual tax payers but the systematic political backup for a tax avoidance cartel that costs taxpayers in the EU hundreds of billions of euros annually."

Miguel Viegas, GUE/NGL shadow rapporteur for TAXE continues: "This legal opinion proves GUE/NGL right who claimed since the beginning access to all documents that should have been available long ago. But it also gives us more strength to struggle for more transparency in tax administrations. Tax rulings and Country-by-Country Reports should be public as well as the registers of real owners of shell companies and some trusts, the access to which cannot be conditioned to the so called legitimate interest."

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