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Gratulation an Sinn Féin und die anti-Austeritäts-Bewegung in Irland: Demokratische Abstrafung des Troika-Spardiktats jetzt auch in Nordeuropa

Cornelia Ernst

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Europaabgeordnete Cornelia Ernst, Sprecherin der Delegation DIE LINKE. im Europaparlament, kommentiert die Wahlen zum irischen Parlament Dáil:

 

Wir freuen uns über den guten Wahlausgang unserer irischen Schwesterpartei Sinn Féin! Gemeinsam mit unseren irischen unabhängigen Kolleginnen und Kollegen aus der Linksfraktion im Europaparlament (GUE/NGL), arbeiteten sie in den letzten Wochen unermüdlich gegen die inhaltliche Verengung des Wahlkampfes durch die beiden Regierungsparteien. Im Gegensatz zu Fine Gael und Labour rückten sie die prekären Lagen der Menschen, nicht den Aufschwung weniger Branchen in den Vordergrund.

Der erneut hohe Zuspruch, der Sinn Féin mit dieser Haltung entgegengebracht wird (14-16 Prozent), signalisiert ebenso wie die fehlende Mehrheit der bisherigen Regierungsparteien (ca. 25 bzw. 7 Prozent), dass die Politik nach Troika-Art eine soziale Sackgasse ist.

Die Koalitionsparteien sangen, wie auch schon in Portugal, das Loblied des vermeintlichen Musterschülers europäischer Sparpolitik. Doch das nach vorne gekehrte Wirtschaftswachstum und die vermeintlich sinkenden Arbeitslosenzahlen übergingen einen Großteil der Menschen und trieben viele von ihnen stattdessen an den Rand der Armutsgrenze. Wer kann, verlässt Irland in diesen Jahren und sucht eine Perspektive im Ausland - Ähnliches kennen wir aus Spanien und Portugal. Der vermeintliche Wirtschaftsaufschwung betrifft nur einen kleinen Teil der Gesellschaft und die Zahlen der Arbeitslosigkeit unterliegen einer ähnlichen Schönfärberei wie wir sie aus Deutschland seit der Agenda2010 erleben.

Griechenland machte im Januar 2015 den Anfang, Spanien und Portugal folgten in den Monaten danach und jetzt reiht sich auch Irland ein: Alle erhielten in ihren ersten Wahlgängen seit Vollentfaltung der Troika-Politik Ergebnisse, die die tiefe Frustration und Enttäuschung weiter Teile der Bevölkerungen widerspiegeln. Auch in Irland wurde nun die Regierung für ihre Sparpolitik und Schönrederei abgestraft und eine allzu leichte Regierungsbildung des Weiter-So’s verhindert. Wie in den Ländern des Mittelmeerraumes, wendet sich auch die irische Bevölkerung zunehmend Lösungsansätzen zu, die das Wohl der Menschen und nicht die Liquidität der Banken in den Mittelpunkt politischen Handelns stellen.

Wir beglückwünschen unsere Freundinnen und Freunde aus Irland zu ihren tollen Ergebnissen und unterstützen sie in ihrem Anliegen: Die ignorante Sparpolitik zum Wohle der Banken muss endlich einer Politik zum Wohle der ganzen Gesellschaft weichen, nichts anderes!

 

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Congratulations to Sinn Féin and the anti-austerity movement in Ireland: A Democratic refusal of the Troika-led austerity dictate now also in Northern Europe

MEP Cornelia Ernst, spokeswoman for the delegation DIE LINKE. in the European Parliament, commented on the Irish general election to the parliament Dáil:

We appreciate the good election results of our Irish sister party Sinn Féin! Together with our Irish independent colleagues from the left group in the European Parliament (GUE/NGL), they worked tirelessly in recent weeks against the substantive narrowing of the election campaign by the two ruling parties. Unlike Fine Gael and the Labour Party they focussed on the precarious situations of the people, not on the recovery of a few economic branches.

The continued high support that Sinn Féin is met with this attitude (15-17 percent), as well as the lack of a majority for the governing parties (about 25 respectively 7 percent) signals clearly that the policy á la Troika is a social dead end.

The coalition parties praised, just as they it did in Portugal, the image of a European austerity role model. But the alleged economic growth and falling unemployment supposedly went over a lot of people and drove too many of them to the edge of the poverty line instead. Who can, has to look out for perspectives abroad instead - we know similar plights from Spain and Portugal. The supposed economic recovery affects only a small part of society and the unemployment figures are subject to a similar whitewashing as we experience in Germany since the Agenda2010.

Greece made the beginning in January 2015, Spain and Portugal followed in the subsequent months and now also Ireland joins these ranks: All were in their first ballots since the full flowering of the Troika policy, and it further reflects the deep frustration and disappointment of large parts of the populations. In Ireland, the government has now been punished for their austerity course and prevents a too easy deployment of a "lets-have-more-of-the same" government. As in the countries of the Mediterranean, also the Irish people increasingly turned to solutions that put the welfare of the people and not the bank's liquidity at the centre of political action.

We deeply congratulate our friends from Ireland to their great results and support them in their cause: The ignorant austerity policies for the sake of the banks must give way to a policy for the benefit of the society as a whole, finally, and nothing else!

 

 

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