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Wir fordern Würde für die Roma-Bevölkerung

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Anlässlich des internationalen Roma-Tags sprach die Europaabgeordnete Cornelia Ernst im Europäischen Parlament und forderte dabei eine würdevolle Perspektive für die Roma-Bevölkerung ein:

„Wir müssen verstehen, dass die Roma-Bevölkerung seit über 600 Jahren in Europa lebt. Das sollte doch lang genug sein, sie als KollegInnen, NachbarInnen und allem voran als Menschen, die zu Europa gehören, anzuerkennen.“

„Ich habe mich schon unzählig oft persönlich mit Roma und ihren Vertreter-Organisationen getroffen, um über ihre Bedürfnisse zu sprechen. In diesen Unterhaltungen wurde stets klar, dass sie nicht ihren eigenen Staat anstreben: Sie wollen keine Privilegien oder Sonderstellung. Sie möchte schlicht und einfach ihr Leben führen dürfen, wie alle anderen auch. Sie möchten leben, arbeiten, Kinder aufziehen, alt werden und sterben – alles in Würde, nicht mehr. Sie möchten als gleichwertig behandelt werden und die gleichen Chancen genießen wie alle. Sie möchten ohne Angst sagen können: Wir sind Roma.“

"Roma sind WeltbürgerInnen. Sie zettelten nie einen Krieg an. Im Gegenteil, bereicherten sie die Kultur und Wirtschaft vieler Länder auf der ganzen Welt.“ Ernst unterstrich die Errungenschaften weit bekannter Roma-MusikerInnen und Sportler wie des Boxers Johann Wilhelm Trollmann, der im Konzentrationslager ermordet wurde. Außerdem wies sie auf aktuelle und historische Fälle der Roma-Diskriminierung hin, so auch die aktuelle Entscheidung eines deutschen Gerichts, zwei Roma Familien in den Kosovo abzuschieben obwohl die Eltern seit 17 Jahren in Deutschland lebten und die meisten ihrer Kinder in Deutschland geboren wurden." 

„Mit dem Kosovo werden diese Menschen nach 17 Jahren in ein Land zurückgeschickt, in dem Rassismus und Arroganz immer mehr die Oberhand gewinnen. Das ist eine immense Herausforderung unserer Zeit.
Am heutigen Tag müssen wir auch der Roma gedenken, die im Holocaust während des Zweiten Weltkriegs ermordet wurden. Wieder und wieder sprechen wir über die Roma, doch müssen wir es auf diesen wesentlichen Punkt runterbrechen: Die einzige Bedingung, um in den Genuss der Menschenrechte zu kommen, ist es, Mensch zu sein," so Cornelia Ernst abschließend.

Der Internationale Roma Tag wird jedes Jahr am 8. April begangen um die Roma-Kultur zu feiern und das Bewusstsein für die Situation der Roma zu schärfen.

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