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Sklavenarbeit mitten in Europa

Thomas Händel

Einem Bericht des Magazins vice Deutschland zufolge herrschen in der EU katastrophale Zustände in Sachen Sklavenarbeit. Demnach werden mit Wissen polnischer Autoritäten nordkoreanische Arbeiter in sklavenartigen Zuständen auf Baustellen und in Werften ausgebeutet. Dazu meint Thomas Händel, Vorsitzender des Beschäftigungs- und Sozialausschusses des Europäischen Parlaments (EMPL):

„Die Berichte sind schockierend, die Beweise erdrückend. Mir ist unverständlich, warum Europäische Kommission und polnische Behörden diese Zustände im Europa des 21. Jahrhundert dulden.“

Sollten die Berichte zutreffen, müsse die Kommission umgehend handeln. Es gehe nicht an, so Händel weiter, dass in der EU mit allen Regeln zu Menschenrechten und vertraglichen Verpflichtungen, die man im Rahmen des ILO Sklavenarbeits-Protokolls eingegangen ist, Menschen wie Vieh behandelt werden. Besonders besorgniserregend sei, dass insbesondere öffentliche Auftraggeber hier offensichtlich von Sklavenarbeit profitieren.

„Der nordkoreanische Staat wird mit schwerwiegenden Sanktionen belegt wegen der Situation der Menschenrechte dort. Gleichzeitig hinterfragt niemand Geschäftsbeziehungen europäischer Firmen mit staatlichen Firmen aus Nordkorea. Wir werden nicht ruhen, bis diese Zustände abgestellt sind. Die Grundrechte der Union sind unverhandelbar und dürfen nicht Geschäftsinteressen geopfert werden,“ meint Händel abschließend.

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