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Ausstieg aus “Kreativem Europa”: Türkei demonstriert einmal mehr ihr einseitiges europäisches Verständnis

Cornelia Ernst

Die türkische Regierung drängt immer wieder darauf, Mitglied der EU zu werden. Allerdings offenbart sie von Zeit zu Zeit, dass ihr getroffene Absprachen egal sind. Mittlerweile ist sie sogar bereit, aus europäischen Förderprogrammen auszusteigen, nur weil ihr einzelne geförderte Projekte nicht gefallen. So verlässt sie das Förderprogramm Kreatives Europa, das mit 1,46 Milliarden Euro dotiert ist und das sie 2014 unterzeichnet hat. Der Grund: Das von der EU unterstützte Konzertprojekt "Aghet“ der Dresdner Sinfoniker mit dem Gitarristen Marc Sinan, in dem es um den Völkermord in Armenien geht.

Dazu erklärt die Dresdner Europaabgeordnete Cornelia Ernst (DIE LINKE., GUE/NGL):

“Die EU ist kein “Wünsch-wir-was-Verein”, wo man aus einzelnen Programmen und Verträgen einfach aussteigen kann, wenn einem mal eine Einzelheit nicht gefällt. Es stimmt schon nachdenklich, wenn die türkische Regierung deswegen bereit ist, ihren eigenen Künstlerinnen und Künstlern zu schaden, indem sie auf finanzielle Mittel verzichtet und ihnen länderübergreifende Projekte wesentlich erschwert. Sie nimmt in Kauf, kulturellen Austausch und kulturelle Vielfalt einzuschränken.

Auch wenn die Türkei aus dem Programm Kreatives Europa “Aghets” wegen aussteigt, müssen die noch geplanten Konzerte in Belgrad (5.11.2016 im Yugoslav Drama Theatre), Jerewan (10. November 2016 Aram Khachaturian Concert Hall) und Istanbul (13. November 2016, Kaisersaal des Deutschen Generalkonsulates) stattfinden. Da stehen jetzt die Europäische Kommission und die Bundesregierung in der Verantwortung.”

Erklärung von Markus Rindt für die Dresdner Sinfoniker (PDF).

 

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