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Nahrungsmittelspekulation tötet

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Fabio De Masi

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„Mit Essen spielt man nicht. Der Papst hat Recht wenn er sagt: diese Wirtschaft tötet. Es ist daher traurig, dass sich wieder die Finanzlobbyisten und Profiteure des Hungers durchsetzen. Die Spekulation mit Nahrungsmitteln und Rohstoffen führt zu enormen Preisschwankungen, Finanzkrisen und Hunger weltweit, wenn sich Menschen Grundnahrungsmittel nicht mehr leisten können“, kommentiert der Europaabgeordnete Fabio De Masi (DIE LINKE.) als Unterhändler der Linksfraktion im Europaparlament:

De Masi weiter: „Das Europaparlament hat schon vor einem Jahr fraktionsübergreifend bessere Regeln angemahnt. Die Kommission und die EU-Finanzmarktbehörde ESMA haben dies ignoriert. Der finale Entwurf widerspricht dem von Parlament und Rat verabschiedeten Gesetz und gestattet Marktmacht. So könnten immer noch drei bis fünf Händler einen ganzen Markt unter sich aufteilen und die Preise diktieren. Wir hatten daher die Ablehnung beantragt.“

De Masi abschließend: „Fast 10 Jahre nach dem Lehman-Kollaps hat die EU den Schuss immer noch nicht gehört: Ohne klare Regeln laufen die Finanzmärkte in die nächste Krise. Nicht umsonst taumelt die Deutsche Bank unter ihren Engagements auf den Rohstoffmärkten.“

 

Hintergrund: 2014 hat das Europaparlament – nach langer Verhandlung und als Konsequenz aus der Finanzkrise - neue Regeln für den Handel mit Finanzinstrumenten erlassen (MiFID 2/MiFIR). Diese beinhalten auch Regeln zu sogenannten Positionslimits – Grenzwerte wie viele Anteile einzelne Finanzhändler in einem Markt halten dürfen – um die exzessive Spekulation, insbesondere mit Rohstoffen und Nahrungsmitteln, einzudämmen. Im Dezember 2016 hat die Europäische Kommission die finalen Details zu den Positionslimits veröffentlicht und nun das Parlament über einen Antrag zu deren Ablehnung der Linksfraktion, Sozialdemokraten und Grünen abgestimmt.

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Motion to rein in food speculation rejected by Parliament vote

The European Parliament has today rejected a motion by GUE/NGL and other groups to stop European Commission rules on position limits for commodity derivatives.

In other words, had such rules been passed – as part of the MiFID II / MiFIR implementation – they could have helped rein in the practice of people betting on the fluctuation in prices of foodstuffs and agricultural goods.

Previously, the European Parliament had criticised the Commission proposals for being too weak and not in line with the legal mandate by Parliament and Council.

Fabio De Masi MEP, GUE/NGL member of the MiFID II / MiFIR negotiating team reacted after the vote:

"The Pope is right to say that this economic system kills. It is sad to see financial lobbyists and those profiting from excessive speculation have once again got away with rules that will not curb price volatility and threaten the food safety of people around the world."

“Financial gambling will lead us straight into the next financial crisis. The Parliament had repeatedly called for stronger rules but this has been ignored by the European Commission. Today, a majority have caved in to pressure from lobbyists."

De Masi concluded: "Weak rules will allow a few traders to control an entire market and set prices in their own interest. Almost 10 years on from the collapse of Lehman Brothers, we still continue like business as usual - sleepwalking into the next crash." 

 

GUE/NGL Press Contact:
Ben Leung  +32 22 83 2299 / +32 (0) 470 880 965
European United Left / Nordic Green Left (GUE/NGL)
European Parliamentary Group
www.guengl.eu

 

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