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EU-Gipfel: Fehlende Solidarität zu Lasten von Migrant*innen

Also available in English: Migrants to bear the brunt of scant solidarity at EU leaders’ summit

Please find English version below

 

Gabi Zimmer, Vorsitzende der EP-Linksfraktion GUE/NGL, zeigte sich bestürzt über die mangelnde Solidarität in der Migrationspolitik, kritisierte die Absprachen mit Drittstaaten und das engstirnige Vorgehen einiger osteuropäischer Politiker*innen nach dem jüngsten EU-Gipfel in Brüssel.

 

"Angela Merkel betrachtet die Zusammenarbeit der EU mit Ländern wie der Türkei, Libyen und Niger als großen Erfolg. Währenddessen baut Erdoğan die Türkei weiterhin in ein autoritäres Regime um. Wir finanzieren Milizen in Libyen, die Flüchtlinge verfolgen, foltern und ermorden. Der Handel und die Zwangsprostitution von Flüchtlingen ist ein Verrat an den verbrieften Menschenrechten, auch wenn die Staats- und Regierungschef*innen die Situation in Libyen und anderswo als 'Erfolg' der EU-Migrationspolitik deklarieren. Europäische Solidarität bedeutet nicht nur, die Vorteile der EU zu teilen. Probleme müssen auch gemeinsam gelöst werden. Deshalb brauchen wir eine gerechte Umsiedlung von Flüchtlingen und Migrant*innen. Die EU muss einigen osteuropäischen Regierungen deutlich machen, dass Rassismus keine Rechtfertigung für die EU-Politik sein kann. Ein sicherer und legaler Weg in die EU für Flüchtlinge und Migrant*innen, eine bessere Integrationspolitik, eine friedliche Außenpolitik und eine faire Handelspolitik mit Afrika sind die einzigen Lösungen. Die EU darf Flüchtlinge nicht kriminalisieren, sondern muss die wahren Ursachen der Migration und Flucht bekämpfen."

Gabi Zimmer zum Brexit:

Zur Nachricht über ein Abkommen, das ausreichende Fortschritte in der aktuellen Phase der Brexit-Verhandlungen gemacht habe, sagte Zimmer, dass beide Seiten sich bemühen müssen, die Bürger zu schützen, insbesondere diejenigen im Norden Irlands.

"Jetzt muss die britische Regierung zeigen, dass sie ihre Versprechen ernst nimmt und die EU ihre Verantwortung wahrnehmen muss. Das Abkommen muss präzisiert und in Rechtstexte umgewandelt werden, um die Rechte der EU-Bürger*innen im Vereinigten Königreich und der Brit*innen in der EU zu schützen. Die Rechte der irischen Bürger*innen, insbesondere im Norden der Insel, dürfen nicht beeinträchtigt werden. Das Karfreitagsabkommen muss in allen seinen Teilen erhalten bleiben und eine Verhärtung der Grenze zwischen Nord und Süd muss verhindert werden. Darauf wird die Linke im Europäischen Parlament drängen."

Zimmer nannte den aus dem Gipfel hervorgegangenen Militärpakt "ein Anreizpaket für europäische Rüstungs- und Sicherheitskonzerne" und bedauerte, dass Milliarden von Steuergeldern für die Erforschung neuer Waffen verwendet würden, die dann mit Milliarden von der Industrie zurückgekauft würden."

"Waffenlobbyisten dominieren den EU-Entscheidungsprozess in diesem Bereich mit wenig demokratischer Kontrolle. Wir lehnen die Militarisierung der EU entschieden ab. Nur Diplomatie und Konfliktprävention führt zu nachhaltigem Frieden und Sicherheit. Diese Milliarden Euro könnten in soziale Sicherheit, menschenwürdige Arbeit und Bildung investiert werden, um prekäre Lebensbedingungen, Armut und Arbeitslosigkeit zu beseitigen. "

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GUE/NGL President Gabi Zimmer has expressed dismay at the lack of solidarity on migration policy, criticising deals with third countries, and the narrow-minded approach of some Eastern European leaders following an EU summit in Brussels.

"Angela Merkel considers EU cooperation with countries like Turkey, Libya and Niger a great success. Meanwhile, Erdoğan continues turning Turkey into an authoritarian regime, we’re financing militias in Libya that enslave, torture and murder refugees, and the Niger military profits from the trafficking and forced prostitution of refugees. Is such betrayal of human rights now what we call ‘success’?"

“European solidarity does not only mean sharing the benefits of the EU. Problems must also be solved together. Therefore, we need a fair relocation of refugees and migrants. The EU must clearly demonstrate to some Eastern European governments that racism cannot be a justification for EU policies. Safe and legal ways to the EU for refugees and migrants, better integration policies, a peaceful foreign policy and a fair trade policy with Africa are the only solutions. The EU must not criminalize refugees but fight the root causes of migration.”

On the news of an agreement that sufficient progress has been made in the current phase of Brexit negotiations, Zimmer says both sides must work to protect citizens, especially those in the North of Ireland.

“Now the British government has to show that it is serious about its promises and the EU has to assume its responsibility. The agreement needs to be spelled out and cast into legal texts in order to protect the rights of EU citizens in the UK, and the British in the EU. The rights of Irish citizens, especially in the north of the island, cannot be impacted. The Good Friday Agreement must be preserved in all its parts and any hardening of the border between the North and the South has to be prevented. That is what the left will push for in the European Parliament.”

Calling the military pact that emerged from the Summit “a stimulus package for European arms and security corporations,” Zimmer regretted that “billions of euros of taxpayers' money will go to research new weapons which will then be bought back with billions from the industry.”

“Weapons lobbyists dominate the EU decision-making process in this area, with little democratic control. We strongly reject the militarization of the EU. Only diplomacy and conflict prevention leads to sustainable peace and security. Those billions of Euros could be invested in social security, decent work and education in order to eradicate precarious living conditions, poverty and unemployment.”

 

GUE/NGL Press Contact: David Lundy
BXL +32 228 32236 | STB +33 3881 74097
mobile  +32 485 50 58 12
david.lundy@ep.europa.eu

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