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EU-Handelsabkommen mit Kolumbien und Peru: Menschenrechte und Landflucht nicht als Nebensache behandeln

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Helmut Scholz

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Gestern (Sonntag) reiste Helmut Scholz (DIE LINKE.), Europaabgeordneter und Koordinator der EP-Linksfraktion GUE/NGL für Handelspolitik, zu Gesprächen nach Kolumbien und Peru. Im Zentrum der Beratungen der Delegation des EP-Handelsausschusses INTA steht das umfassende Handelsabkommen der EU mit Kolumbien und Peru, dem vor Ablauf der Jahresfrist auch Ecuador beitrat. Der EP-Handelsausschuss ist für die Überwachung der Umsetzung von Handelsabkommen verantwortlich, als Handelsexperte der EP-Linksfraktion kommentierte Helmut Scholz die Reise vorab:

„In diesem noch sehr jungen Jahr 2018 wurden in Kolumbien bereits 27 Gewerkschafter*innen und Menschenrechtsaktivist*innen ermordet. Das ist eine unfassbare, nicht hinzunehmende Zahl, weshalb für mich die Frage nach der Einhaltung der Menschenrechte im Zentrum unserer Beobachtungen steht. Die offizielle Delegation des EP-Handelsausschusses wird ihre jeweils ersten Gespräche in Bogotá beziehungsweise einige Tage später in Lima mit Vertreterinnen und Vertretern der Zivilgesellschaften führen: Wie ist es um die Situation der Gewerkschaften und der Umweltschutzorganisationen in den beiden Ländern bestellt? Wird die mit der EU vereinbarte Roadmap zur Umsetzung von Schutzmaßnahmen und Verbesserung der Menschenrechtslage eingehalten oder wird das Abkommen gebrochen? Meinen Fragen werden sich auch die Minister der kolumbianischen Regierung stellen müssen.“


„Ich werde darauf drängen, dass in die Treffen der EP-Delegation mit Vertretern und Vertreterinnen des Agrarsektors auch Kleinbauern integriert werden, da deren Existenzen durch das Abkommen mit der EU, das zeitgleich mit jenem mit den USA abgeschlossen wurde, unter besonders großen Konkurrenzdruck gerieten. Die sozialen und ökologischen Folgen des Handelsabkommens werden auch eine wesentliche Rolle in unseren Gesprächen mit den Außenministerien der beiden Länder und vor allem in den Unterredungen mit Juan Manuel Santos, dem Präsidenten Kolumbiens, sowie mit Pedro Pablo Kuczynski, dem Präsidenten von Peru, spielen. Weiteren Informationsgewinn versprechen wir uns auch von Treffen mit Vertreter*innen der Externado-Universität und Repräsentant*innen des Kolumbianischen Kongresses.“

„Außerdem werde ich bilaterale Treffen führen, um einen Austausch über die Bewertung des Fortschritts des Friedensprozesses zu erhalten - unter anderem mit Rodruigo Revera, dem Hohen Friedensbeauftragten Kolumbiens.“

Das Programm der fünftägigen Reise (bis 16. Februar) findet sich im Anhang. Helmut Scholz wird ab dem 19. Februar zurück in Brüssel sein und für Rückfragen zur Verfügung stehen.

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EU-FTAs with Columbia and Peru: Do not treat Human Rights and Rural Exodus as a minor matter

 

Yesterday (Sunday) Helmut Scholz (DIE LINKE.), Member of the European Parliament and GUE/NGL’s coordinator for trade policy, traveled first to Colombia, and continues to Peru on Wednesday. The focus of the official EP-delegation of the EP Trade Committee INTA, lies on the EU's comprehensive trade agreement with Colombia and Peru, to which Ecuador joined recently. The EP Trade Committee is responsible for monitoring the implementation of trade agreements. As the trade expert of the EP left group, Helmut Scholz commented ahead of the journey:

"In this still very young year 2018, already 27 trade unionists and human rights activists have been murdered in Colombia. This is an incredible number that cannot be accepted, which is why the question of human rights will be at the core of our observations. The official delegation of the EP Trade Committee will hold its first talks in Bogotá as well as a few days later in Lima with representatives of civil society: What is the situation like for the trade unions and the environmental organizations in the two countries? Will the roadmap agreed upon with the EU on implementing safeguard measures and improving the human rights situation be respected or will the agreement be broken? I will address my questions also to the respective ministers of the Colombian government."

"Further, I will urge that small farmers will be integrated into the meetings of the EP delegation with representatives of the agricultural sector, since their livelihoods under the agreement with the EU - which was concluded at the same time as that with the US - faces particularly intense competition. The social and environmental consequences of the trade agreement will also play an essential role in our discussions with the foreign ministries of the two countries and, above all, in discussions with Juan Manuel Santos, the President of Colombia, and Pedro Pablo Kuczynski, the President of Peru. Further information is expected from meetings with representatives of the Externado University and representatives of the Colombian Congress."

"I will also have bilateral meetings for an exchange of views on the assessment of the peace process, including with Rodruigo Revera, Colombia's High Representative for Peace."

Please find the program of the five-day trip (until 16 February) attached. Helmut Scholz will be back in Brussels on 19 February and will be available for further questions.

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