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Ein Handelskrieg kennt keine Gewinner

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Helmut Scholz

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Helmut Scholz, handelspolitischer Sprecher der Delegation DIE LINKE. im Europäischen Parlament, mahnt, im Konflikt mit den USA über neue Zollsätze auf Stahl und Aluminium Augenmaß walten zu lassen. „Es wäre falsch, auf die Provokation von Präsident Trump hereinzufallen und die gesamte EU in einen Handelskrieg zu schicken“, erklärt der Abgeordnete am Vorabend der Aussprache des Europäischen Parlaments in Straßburg: „Ein solcher Krieg kennt auf beiden Seiten keine Gewinner.“

„Der Konflikt ist vom US-Präsidenten aus pragmatischem, partei- wie innenpolitischem Kalkül ausgelöst worden. Lassen wir den aggressiven Mann ins Leere laufen, indem wir auf die Verhängung von eigenen Strafzöllen als Gegenmaßnahme zu diesem Zeitpunkt verzichten. Die Versuche der EU, mit den USA ins Gespräch über die von Donald Trump abgesegneten Sonderzölle zu kommen, ist ein richtiger Weg. Wie sich bei dem Treffen von EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström mit dem US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer am Wochenende zeigte, ist dazu allerdings Kompromissbereitschaft auf beiden Seiten nötig. Wenn Frau Malmström verlautbart, die EU werde ‚Rabauken‘ im Welthandel die Stirn bieten, ist dies ebenso wenig hilfreich wie der Kurs des US-Präsidenten in der internationalen Handelspolitik.“

MdEP Helmut Scholz (DIE LINKE.) zur Entscheidung der USA, Zölle auf Stahl und Aluminium zu verhängen

„Es kann auch nicht darum gehen, Sonderregelungen nur für einige Staaten oder Staatengruppen auszuhandeln. Wir müssen im multilateralen Rahmen nach Lösungen für die große Zahl der Menschen suchen, die tatsächlich Nachteile aus der Entwicklung des Welthandels erfahren. Es gibt Armut, es gibt sozialen Abstieg, es gibt Umweltzerstörung - auf allen Kontinenten. Dass Trump sich diese Missstände für seine Glorifizierung des Egoismus zunutze macht, sollte uns die Dringlichkeit vor Augen führen, die Probleme anzugehen und zu lösen - und zwar nicht nur für uns selbst, sondern gemeinsam für und mit unseren Partnern in der Welt. Das betrifft den Welthandel, das betrifft die internationalen Finanzbeziehungen, das betrifft generell die wirtschaftliche und industrielle Entwicklung. Und es gilt dabei, endlich fairen Handel neu zu vereinbaren.“

„Die Gremien und Foren für solche Verhandlungen existieren. Im aktuellen Konflikt muss die von den G20 bei ihrem Treffen in China geschaffene multilaterale Stahlforum-Verhandlungsrunde genutzt werden, um die Fragen von Produktion und Absatz, von Überproduktion und fehlenden Infrastrukturinvestitionen, auch in die Modernisierung der Branchen, lösungsorientiert zu beraten. In diesem Gremium können Streitigkeiten angesprochen und gelöst werden, wie erste Schritte bereits im vergangenen Jahr gezeigt haben. Generell sollten die Strukturen der Welthandelsorganisation WTO, von G20 und OECD genutzt werden, um Lösung für Handelsstreitigkeiten miteinander und nicht gegeneinander zu erarbeiten. Denn es geht letztlich nicht nur um den aktuellen Konflikt ‚USA gegen den Rest der Welt‘ oder ‚EU gegen China‘, sondern um entschiedene Antworten, wie nachhaltige Industriepolitik und Handelspolitik im 21. Jahrhundert aussehen müssen.“

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Trump trade trap shows need for global EU policy for people, not bosses

MEPs have criticised the decision of US President Donald Trump to impose heavy tariffs on trade in steel and aluminium.

Tariffs of 25% are to be placed on steel and 10% on aluminium imported into the US. This represents 5.1 billion Euros and 1.1 billion Euros of EU exports respectively.  

However, German MEP Helmut Scholz (Die Linke), member of the European Parliament Committee on International Trade (INTA), cautioned against the EU entering into a reckless trade war: “Acting with a sense of proportion does not mean ‘an eye for an eye’. It would be wrong to fall for the provocation of President Trump and enter into a trade war.”

“Trump wants conflict for domestic political reasons,” Scholz said, calling for multilateralism:

“We call for solutions that are multilateral and benefit all peoples disadvantaged by world trade. Poverty, social inequality, environmental destruction are common problems around the world. Trump exploiting these real problems to boost his ego and persona reminds us of the urgency to tackle and solve these problems for everyone, in Europe or elsewhere.”

Trump argued that the tariffs are to protect US jobs but French MEP Patrick Le Hyaric (Front de Gauche) sees the measures as aimed at enriching industry bosses: “It is clear that Trump’s decision constitutes a declaration of war against the steel and aluminium sectors in the EU. It threatens thousands of jobs and the livelihoods in towns and cities. This type of protectionism is combined with the lowering of corporate tax rates in the US and the competitive fluctuation of the dollar. This will lead to a rise in interest rates and inflation, which constitutes a de facto tax on the people and fuel for the financial markets.”

“This type of trade war is very dangerous for workers on both sides of the Atlantic and the whole world. The solution is not an economic war but better protection for workers on both sides of the Atlantic.”

Irish MEP Matt Carthy (Sinn Féin) concurred: “Donald Trump does not care about lower income workers, their jobs, their wages or their rights. We know this from his actions in providing tax breaks for the rich and regular attacks on vital services such as healthcare.”

“But he was elected because he exploited the genuine concerns of many working people in the US, people who haven’t received the benefits of free trade and globalisation. People who have lost their jobs and their faith in politics. Trump’s latest action in imposing trade tariffs must be seen in this context. “

Carthy urged the Commission to rethink its free trade policy and take responsibility for its consequences:

“The Commission is playing into Trump’s game. By promoting a dangerous trade agenda through deals such as CETA and Mercosur the EU will increase the alienation and distrust that is already soared in many member states.”

“Any honest observer will attest that this agenda, rather than enriching everyone, is actually exacerbating a race to the bottom on global labour rights and standards. If we want to respond effectively to Trumpism then we need to abandon a trade agenda that will only widen inequalities in Europe and across the globe,” Carthy concluded.

 

GUE/NGL Press Contact: Ziyad Lunat 
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