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Registrierung von Roma ist Rassismus pur

Cornelia Ernst zur jüngsten Erklärung des italienischen Innenministers zu Sinti und Roma

MdEP Cornelia Ernst (DIE LINKE.) zur Äußerungen des Innenministers Italiens zu Sinti und Roma

Cornelia Ernst, im Namen der GUE/NGL-Fraktion. – Frau Präsidentin! Vielen Dank an meinen Vorredner. Und das Wichtigste trotzdem zuerst: Ein kleiner Rüffel von Ministerpräsident Conte gegen seinen Innenminister, der sich faschistischer Strategien zur Forcierung des inneritalienischen Rassismus bedient, reicht eben nicht. Was wir fordern, ist der Rücktritt von Salvini. Ich finde, das muss auch gesagt werden. Rassistische Hetzer gehören in kein einziges politisches Amt, auch nicht in Italien.

Die Registrierung von Roma ist Rassismus pur, weil man die Menschen dann nach Blut und Rasse unterscheidet. Aus der Geschichte des 20. Jahrhunderts wissen wir doch: Die Zählung von Roma im Hitlerreich ebenso wie von Juden war Ausgangspunkt der Praxis der sogenannten Rassenschande, von Rassegesetzen, Aussonderung, Abwertung, Ausweisung, Auslöschung. Der Holocaust an beiden Minderheiten brauchte als Voraussetzung die Abgrenzung von anderen, die Abwertung. In Nazideutschland gab es in den Schulen Tafelbilder, wo Juden und Zigeuner als wert- und nutzlos hingestellt wurden, als unterste Kategorie aller Lebewesen. Jedes Tier, jedes Insekt galt mehr als diese beiden Minderheiten. Das war das Dritte Reich, und in diesen Geist dürfen wir nie wieder zurück.

Debatte: "Die jüngste Erklärung des Innenministers Italiens zu Sinti und Roma und Minderheitenrechte in der EU"
Strasbourg, 4. 7. 2018

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