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‘EU Cities for Fair & Ethical Trade Award’: Europa braucht fairen Handel

Helmut Scholz

In Brüssel fiel in dieser Woche zum zweiten Mal der Startschuss für den Wettbewerb um den Titel 'Europäische Stadt des Fairen und Ethischen Handels'. Helmut Scholz, Europaabgeordneter für DIE LINKE, war einer der Initiatoren des Preises und Jurymitglied bei der ersten Vergabe. „Ich beglückwünsche die EU-Kommission und Kommissar Phil Hogan, dass sie erneut den Titel der Europäischen Stadt des Fairen und Ethischen Handels vergeben werden,“ gratulierte Scholz, der sich mit dem neuen Handelskommissar der EU auf eine Fortführung des Preises verständigt hatte.

„Durch diesen Preis wird sichtbar, von welch entscheidender Bedeutung kommunales Engagement für den Aufbau gerechterer Handelsbeziehungen ist. Ich wünsche mir, dass sich dieses Mal noch mehr Städte und Kommunen am Wettbewerb beteiligen. Zu gewinnen gibt es europaweites Prestige, die Eintrittskarte in das Netzwerk der Städte des Fairen Handels, sowie die finanzielle und technische Förderung eines Kooperationsprojektes bei einem Städtepartner in einem ‚Entwicklungsland‘.“

Erste Titelträgerin wurde nach einer spannenden und knappen Endausscheidung Ende 2018 die belgische Stadt Gent. Der Preis war auf Initiative von Abgeordneten aus dem Ausschuss der Regionen und aus dem Europäischen Parlament, sowie den Netzwerken der Organisationen für fairen Handel ins Leben gerufen worden. Damit wird auch auf europäischer Ebene kommunales Engagement für fairen und ethischen Handel ausgezeichnet, was bislang bereits in einigen Mitgliedstaaten in nationalen Wettbewerben geschah. In Deutschland ist Neumarkt in der Oberpfalz aktuell Hauptstadt des Fairen Handels.

„Europa braucht fairen Handel,“ betont Helmut Scholz. „Unsere Bürgerinnen und Bürger sollen sich darauf verlassen können, dass die Ware, die sie im Laden kaufen können, auch zu anständigen Bedingungen hergestellt wurde. Fairer Handel ist nicht nur für die Menschen in sogenannten Entwicklungsländern wichtig. Auch die Bauern und Bäuerinnen bei uns brauchen faire Preise, und auch unsere Beschäftigten brauchen Löhne, die ein würdevolles Leben ermöglichen. Im Binnen- wie im Außenhandel sollte fairer Handel deshalb keine ökonomische Nische sein, sondern zum Normalfall werden.“

„Mit einer Gruppe von Abgeordneten aus verschiedenen Fraktionen werde ich in diesem Jahr im Europäischen Parlament eine Gesetzesinitiative auf den Weg bringen, die Unternehmen zu einer Sorgfaltspflicht in ihren Lieferketten verpflichten wird,“ kündigt Helmut Scholz an. „Um den Näherinnen in Bangladesch ein Leben in Würde zu ermöglichen, müsste ein europäisches Unternehmen gerade einmal zehn Cent mehr für ein Hemd bezahlen. Das muss drin sein. Dann könnten auch Kommunen und Verbraucherinnen und Verbraucher einfacher eine Kaufentscheidung treffen, die fairen Handel fördert. Ähnliche Auflagen sollte es auch zum Beispiel für Molkereien innerhalb Europas geben, um faire Preise für die Milcherzeuger zu erreichen.“

Auch die Bauern und Bäuerinnen bei uns brauchen faire Preise, und auch unsere Beschäftigten brauchen Löhne, die ein würdevolles Leben ermöglichen. Im Binnen- wie im Außenhandel sollte fairer Handel deshalb keine ökonomische Nische sein, sondern zum Normalfall werden.“

 

Hintergrund

Bis zum 12. Juni können sich ab sofort Kommunen und Städte um den Titel der „Europäischen Stadt des Fairen und Ethischen Handels 2021“ bewerben. Die Bewerbungsunterlagen und weitere Informationen finden sich auf der Webseite des Preises (leider bislang nur auf Englisch).

Erste Titelträgerin wurde nach einer spannenden und knappen Endausscheidung Ende 2018 die belgische Stadt Gent. Der Preis war auf Initiative von Abgeordneten aus dem Ausschuss der Regionen und aus dem Europäischen Parlament, sowie den Netzwerken der Organisationen für fairen Handel ins Leben gerufen worden. Damit wird auch auf europäischer Ebene kommunales Engagement für fairen und ethischen Handel ausgezeichnet, was bislang bereits in einigen Mitgliedstaaten in nationalen Wettbewerben geschah.
In Deutschland ist Neumarkt in der Oberpfalz aktuell Hauptstadt des Fairen Handels.

Konföderale Fraktion der Vereinten Europäischen Linken/Nordische Grüne Linke (GUE/NGL)