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Zum Bericht Gröner über das Weißbuch der Kommission Neuer Schwung für die Jugend Europas in Strassburg

Rede der PDS-Europaabgeordneten Feleknas Uca in Straßburg am 13. Mai 2002

Herr Präsident,
Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Die Anliegen, Wünsche und Sorgen der Jugendlichen müssen ernst genommen werden. Ich begrüße daher den Bericht Gröner über
das Weißbuch der Kommission für die Jugend Europas. Es wird vorgeschlagen, dass die Bedürfnisse der Jugendlichen bei der
Ausarbeitung von Maßnahmen in verschiedenen Politikbereichen der Europäischen Union stärker berücksichtigt werden sollen. Wir
müssen der Jugend die Gelegenheit geben, dass sie sich aktiv und engagiert ins öffentliche Leben einmischen kann.

Die Ergebnisse der PISA Studie in Deutschland sind ernüchternd. Ich spreche mich daher für eine Reform der Schulpolitik aus, bei der
auch die Vorstellungen der Schüler und Jugendlichen miteinbezogen werden müssen. Ich denke, dass die Partizipation von
Jugendlichen im öffentlichen Leben besonders wichtig ist. Jugendliche engagieren sich heutzutage zunehmend weniger in
traditionellen Organisationsstrukturen wie Parteien und Gewerkschaften. Dies zeigt sich besonders an der Wahlbeteiligung von
Jugendlichen auf nationaler und europäischer Ebene. Wir müssen insbesondere junge Menschen ermuntern auf lokaler, nationaler
und europäischer Ebene zu kandidieren und wir müssen sie dabei tatkräftig unterstützen. Ich fordere, dass die Stimme und Meinung
der jungen Menschen in der Politik nicht als Nebensache abgetan wird.

Besonders bedauerlich finde ich, dass das Weissbuch der Europäischen Kommission zu wenig auf die Geschlechterperspektive
eingeht. Ich denke, dass dieser Aspekt nicht ausgeklammert werden kann. Junge Frauen müssen in jeder Hinsicht gefördert werden,
denn Frauen haben immer noch nicht die gleichen Chancen auf dem Arbeitsmarkt als Männer. Spitzenpositionen werden vorrangig von
Männern besetzt, die Arbeitslosenquote von Frauen ist in Europa höher und Frauen verdienen a durchschnittlich weniger als ihre
männlichen Kollegen. Ich setze mich dafür ein, dass Frauen die gleichen Chancen auf dem Arbeitsmarkt bekommen als Männer.

Ich freue mich, dass im Weissbuch dem Kampf gegen Rassismus ein wichtiger Stellenwert eingeräumt wird. Dies ist besonders
wichtig, denn Menschen werden aufgrund einer anderen Hautfarbe, ihrer Zugehörigkeit zu einer ethnischen oder religiösen Minderheit
diskriminiert. Wir müssen Jugendliche ermutigen, auf andere Kulturen zuzugehen. Ich bin überzeugt, dass dies zu einer
wechselseitigen Bereicherung führt. Durch den Dialog wird die gegenseitige Verständigung unter den Völkern für den Frieden gefôrdert.
Ich setze mich dafür ein, dass die Menschen in Europa nicht nur nebeneinander sondern vor allem miteinander leben können. Durch
die Bereitschat auf das Andere und Fremde zuzugehen, gewinnen wir ein weltoffenes und tolerantes Weltbild.

Jugendpolitik muss auf nationaler und europäischer Ebene einen besondern Stellenwert haben. Dazu gehört dass, Aktionen für
Jugendliche mit angemessenen finanziellen Mitteln ausgestattet werden. Ich halte es für besonders wichtig, dass die Programme der
Gemeinschaft in ausreichendem Masse Projekte fördern, die Jugendlichen zugute kommen.

Das Haus Europas darf nicht gebaut werden ohne die Berücksichtigung der Belange junger Menschen. Ich fordere daher, dass deren
Vorstellungen über die Zukunft Europas in den Konvent miteinfliessen. Wenn wir die Interessen der Jugendlichen ignorieren, steht das
Fundament des Hauses Europas auf wackeligen Beinen, denn die Jugend von heute ist die Zukunft von morgen.

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