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"Kurzsichtige Manager haben massiv verdient - jetzt zahlen wir die Zeche!"

Arbeitnehmer und Gewerkschafter bei Anhörung im Europaparlament zur Rettung des von Insolvenz bedrohten Halbleiter-Herstellers QIMONDA

ie Europaabgeordneten der GUE/NGL (Vereinigte Europäische Linke/Nordische Grüne Linke) haben bei ihrer heutigen Anhörung mit Vertretern der Belegschaft des Speicherchip-Herstellers QIMONDA sowie Gewerkschaftern aus Deutschland und Portugal über europäische Lösungsstrategien zur Rettung des von Insolvenz bedrohten Unternehmens diskutiert. Von den insgesamt 12.000 Arbeitsplätzen sind 5.000 in Deutschland und 2.000 in Portugal angesiedelt. Bei einer Schließung der Werke sei eine Kettenreaktion zu befürchten, bei der binnen weniger Monate auch der Mutterkonzern Infineon von der Krise betroffen sein könne, gab Holm Theinert, Mitarbeiter von Infineon in Dresden zu bedenken. "Wir riskieren damit, den kooperativen Kern eines Netzwerks zu verlieren, an dem allein in der Region Sachsen rund 40.000 Arbeitsplätze hängen", erklärt die deutsche Europaabgeordnete Gabi Zimmer. "Die Regierungen Portugals und Deutschland müssen so schnell es geht reagieren - aber auch die EU-Kommission steht in der Pflicht", sagte Ilda Figureido (GUE/NGL, Portugal). Das vorgelegte Sanierungskonzept sei überlebensfähig, sagte Wigland Kramer von der IG Metall. Die Europaabgeordneten der GUE/NGL versprachen, umgehend aktiv zu werden, eine schriftliche und mündliche Anfrage an die Kommission zu senden und die Frage nach der Rettung von QIMONDA auf die Tagesordnung der kommenden Plenarsitzung des Europaparlaments setzen zu lassen. Den Betriebsräten wolle man helfen, umgehend einen Gesprächstermin bei EU-Kommissar Günther Verheugen zu bekommen. Außerdem solle ein gemeinsamer Brief an die Regierungen Deutschlands und Portugals aufgesetzt werden, um an die gemeinsame europäische Verantwortung für die Zukunft innovativer Halbleitertechnik zu erinnern. "Wir werden alles tun, um QIMONDA zu retten", versprach Helmuth Markov (GUE/NGL, Deutschland).

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