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Cross-border healthcare directive should not jeopardise healthcare systems or patients' rights

Richtlinie zur grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung darf weder Gesundheitssysteme noch Patientenrechte gefährden

Patiententourismus?

The European Parliament Environment Committee today adopted, in second reading, the Grossetête report on cross-border healthcare. The GUE/NGL group voted against the report and rejected the Council Common Position, as it had done for the first reading in the Committee and in Plenary.

GUE/NGL ENVI Committee MEPs Kartika Liotard (responsible for the report for the group), Sabine Wils, Jiří Maštálka, João Ferreira, Bairbre de Brún and Marisa Matias issued the following statement:

"Our constant goal is to support patients' rights to high-quality, accessible and affordable healthcare, at local and regional level. We do not oppose patient mobility: to seek and obtain healthcare is an undeniable right for all and people should have a free choice. EU legislation dating from 1971 already gave citizens the right to be treated in any EU member state other than their own without advancing payment for treatment costs and on an equal footing with citizens of the member state in which they receive this treatment.

The proposed directive could allow healthcare to be harmonised to the lowest common denominator, through a "services" approach, leading towards a total dismantling of local integrated healthcare, threatening national healthcare systems in some member states. Patient mobility cannot become an excuse for inadequate spending on national healthcare systems and for shopping around for healthcare, limited to people from higher income groups with easier access to information and advice.

In 2006, we successfully kept our healthcare out of the so-called 'Bolkestein Services Directive'. But this 'cross-border healthcare directive' can be seen as a new and alternative attempt by the European Commission to influence our national healthcare systems in a negative way at EU level. Our care system should not be treated as a commercial product; we do not want to provide the EU with more powers. This directive has been "marketed" as smart legislation that improves the rights of patients, but in effect it will only improve the access of rich Europeans to treatment in other member states.

Each member state is and should remain responsible for providing efficient, affordable and high-quality healthcare to its citizens and EU citizens residing in that country.

We will continue to fight against this proposed directive and in favour of patients' rights when it comes up for vote in plenary."

GUE/NGL PRESS CONTACTS:
Gay Kavanagh + 32 473 842320
Gianfranco Battistini + 32 475 646628
David Lundy + 32 485 50 58 12
Sonja Giese + 32 486 94 50 21

 

Übersetzung

Richtlinie zur grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung darf weder Gesundheitssysteme noch Patientenrechte gefährden

Der Umweltausschuss des Europäischen Parlamentes nahm heute in zweiter Lesung den Bericht Grosstête zur grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung an. Die Fraktion der Vereinten Europäischen Linken/Nordische Grüne Linke (GUE/NGL) stimmte gegen den Bericht und lehnte wie bereits in der ersten Lesung im Ausschuss und im Plenum die Gemeinsame Position des Rates ab.

Kartika Liotard (Berichterstatterin für die Fraktion), Sabine Wils, Jiří Maštálka, João Ferreira, Bairbre de Brún und Marisa Matias, Abgeordnete der GUE/NGL im Umweltausschuss, erklärten dazu:

"Unser ständiges Ziel ist die Unterstützung der Rechte von Patienten auf qualitativ hochwertige, leicht zugängliche und bezahlbare Gesundheitsversorgung auf lokaler und regionaler Ebene. Wir sind nicht gegen Patientenmobilität: Die Suche nach Gesundheitsversorgung und deren Inanspruchnahme ist ein unveräußerliches Recht aller, und die Menschen sollen hier freie Wahl haben. Die aus dem Jahr 1971 stammende EU-Gesetzgebung räumte den Patienten das Recht ein, sich außerhalb ihres eigenen Mitgliedstaats in einem anderen EU-Mitgliedstaat behandeln zu lassen, ohne Vorauszahlungen leisten zu müssen und auf gleicher Basis wie die Bürger des Mitgliedstaats, in dem sie diese Behandlung in Anspruch nehmen.

Die vorgelegte Richtlinie könnte dazu führen, dass die Gesundheitsversorgung anhand eines 'Dienstleistungs-Ansatzes' auf kleinstem gemeinsamen Nenner harmonisiert wird. Das würde zu einem Totalabbau von lokal integrierter Gesundheitsversorgung führen und wäre eine Bedrohung für die nationalen Gesundheitssysteme einiger Mitgliedstaaten. Die Patientenmobilität darf nicht zur Entschuldigung für nicht angemessene Finanzierung nationaler Gesundheitssysteme und 'Shopping-Touren' zur Gesundheitsversorgung verkommen, die Menschen höherer Einkommensklassen mit leichterem Zugang zu Rat und Informationen vorbehalten sind.

2006 haben wir unsere Gesundheitsversorgung mit Erfolg aus der so genannten „Bolkestein-Dienstleistungsrichtlinie“ herausgehalten. Diese neue Richtlinie zur grenzüberschreitenden Gesundheitsvorsorge ist jedoch als erneuter, alternativer Versuch der Europäischen Kommission einer negativen Einflussnahme auf unsere nationalen Gesundheitssysteme auf EU-Ebene anzusehen. Unsere Gesundheitssysteme dürfen nicht wie ein kommerzielles Produkt behandelt werden. Wir wollen der EU keine weitergehenden Vollmachten erteilen. Diese Richtlinie wurde als 'intelligente' Gesetzgebung 'vermarktet', die die Patientenrechte verbessert. In Wirklichkeit wird sie lediglich den Zugang reicher Europäer zu Behandlungen in anderen Mitgliedstaaten verbessern.

Jeder Mitgliedstaat ist und soll auch weiterhin für die Bereitstellung einer effiziente, bezahlbaren und hochwertige Gesundheitsversorgung für die Bürgerinnen und Bürger im jeweiligen Mitgliedstaat verantwortlich sein.

Wir werden auch weiter gegen diesen Richtlinienentwurf kämpfen und uns für die Rechte der Patienten einsetzen, wenn er im Plenum zur Abstimmung kommt." 

 

 

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