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Klimawandel und Welthunger

Ohne Klimagerechtigkeit keine Ernährungssouveränität!

Immer öfter verursachen globale Wetterkatastrophen als Folgen des Klimawandels verheerende Schäden. Am stärksten betroffen sind meist die so genannten Entwicklungs- und Schwellenländer. Schleichende Entwicklungen wie Hitzewellen oder Dürreperioden sind oftmals noch gefährlicher als vereinzelte Katastrophen, weil sie auf lange Sicht die Ernährungssouveränität in den betroffenen Ländern gefährden oder verhindern.  

Sieht man sich die durch den Klimawandel hervorgerufenen Naturkatastrophen an, wird schnell deutlich: Klimawandel ist weit mehr als nur ein Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf unserem Planeten. Es besteht ein direkter Zusammenhang zwischen Klimawandel und Problemen in den so genannten Entwicklungsländern.  

Die Zustandsberichte des Weltklimarats zeigen, dass die Folgen der Klimaänderung so genannte Entwicklungsländer sowie generell arme Bevölkerungsschichten unverhältnismäßig stark treffen werden. Ihre Chancen auf einen gerechten Zugang zu Nahrung, sauberem Trinkwasser und anderen Ressourcen werden weiter sinken, ihr Gesundheitszustand sich verschlechtern. Der Lebensunterhalt armer Bevölkerungsschichten beruht überdurchschnittlich stark auf Tätigkeiten, die dem Klima besonders ausgesetzt sind, wie beispielsweise Landwirtschaft.  

Die Landwirtschaft wird sich weltweit den Folgen des Klimawandels stellen müssen. Fachleute gehen davon aus, dass bereits ein Temperaturanstieg um etwas über 2°C zu insgesamt geringeren Ernten bei den wichtigsten Anbaukulturen führt. Die Zunahme von Wasserknappheit, Dürreperioden sowie die Ausbreitung der Wüsten und der Bodenerosion werden die landwirtschaftlich nutzbaren Flächen verringen und somit die Möglichkeit dieser Länder zur Ernährungssouveränität weiter einschränken.  

Die Industriestaaten sind aufgrund ihrer durch fossile Energien getriebenen wirtschaftlichen Entwicklung Hauptverursacher des Klimawandels, Entwicklungs- und Schwellenländer müssen unter den Folgen leiden. Sie trifft es doppelt: Nicht nur, dass sie am meisten unter der Umweltzerstörung der Industriestaaten zu leiden haben, sie sind dieser auch noch weitgehend schutzlos ausgeliefert. Viele Länder können sich teure Schutzmaßnahmen nicht leisten. Diese Verantwortung für den von Menschen verursachten Klimawandel verkörpern die Klimaschulden der Industrieländer. Klimaschutz in den Industrieländern und Armutsbekämpfung in Schwellen- und Entwicklungsländern bedingen einander gegenseitig.  

Die Verursacher der Klimakrise setzen oftmals auf falsche Lösungen wie auf Agrotreibstoffe ("Bio"sprit). Diese werden das Klimaproblem des Verkehrs nicht lösen, solange in den Industriestaaten keine grundlegende Wende in der Verkehrspolitik eingeleitet wird - weg vom energieaufwendigen Auto- und Schwerlastverkehr hin zu einem nutzerfreundlichen öffentlichen Nah- und Fernverkehr. Ganz im Gegenteil hierzu werden Agrotreibstoffe die globale Klimakrise noch verschärfen, da ihre Klimabilanz je nach Erzeugungsart fragwürdig ist. Für den agrarindustriellen Plantagenanbau etwa in Malaysia und Indonesien (Palmöl) oder Brasilien (Ethanol aus Zuckerrohr oder Sojaöl) wird Regenwald abgeholzt. Dieser Prozess schadet der biologischen Vielfalt sowie die dort ansässige indigene Bevölkerung und vertriebene Kleinbäuerinnen und Kleinbauern. Die Nutzung von Agrarflächen für Energiepflanzenanbau treibt zusätzlich weltweit die Nahrungsmittelpreise hoch.  

Ich unterstütze die Forderung nach Klimagerechtigkeit. Hierfür müssen die EU-Mitgliedstaaten ihre Treibhausgasemissionen durch eine radikale Umstellung ihrer fossilen Wirtschaftweise auf ein von erneuerbaren Energien getragenes Wirtschaftsmodell reduzieren. Die Klimafinanzierung der Industrieländer muss hauptsächlich für Klimaanpassung in Entwicklungsländern statt für Treibhausgasminderungen in Industrieländern verwendet werden. Sie sollte aus öffentlichen Geldern zusätzlich zu bereits zugesagten Entwicklungsgeldern stammen. Wichtig ist auch der Technologietransfer, so dass  Industrieländer ärmeren Ländern Wissen und Technik zur Verfügung stellen, ohne diese an Patente zu knüpfen. Dies würde Entwicklungs- und Schwellenländern ein emissionsarmen Entwicklungspfad ermöglichen.

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