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"Bericht aus Brüssel" wird einkassiert. (UPDATE: Antwort WDR)

WDR Intendant auf falschem Kurs

"Europäische Themen sind deutsche Themen. Den "Bericht aus Brüssel" dem Rotstift zu opfern ist ein völlig falsches Signal", kommentiert Martina Michels die Entscheidung des WDR, die wöchentliche Sendung über Hintergründe der EU-Politik abzusetzen. Die Europaabgeordnete und medienpolitische Sprecherin der LINKEN weiter:

"Die Europawahlen sind vorbei, die politische Arbeit geht endlich wieder los und es geht um viel: Das neu konstituierte EU-Parlament fordert von der neu zu wählenden Kommission und Ratspräsidentschaft bessere und andere Politik zur Überwindung der Finanz- und Wirtschaftskrise. Die meisten gewählten Parteien haben mehr Demokratie und Transparenz versprochen.

Just in diesem Moment will WDR-Intendant Tom Buhrow Inhalte überwinden, das Programm soll "verkürzt und verjüngt" werden und "mehr Spaß" bringen.

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat einen klaren politischen Bildungsauftrag. Das schließt regelmäßige Berichterstattung zur EU-Politik ganz selbstverständlich ein.

Wahlbeteiligung, Akzeptanz und Engagement für Veränderungen in der Europäischen Union werden nicht vier Wochen vor den Wahlen gemacht, sondern erfordern kontinuierliche Information und Aufklärung der Bürgerinnen und Bürger. Nur so funktioniert Teilhabe."

 

Strasbourg, 02. Juli 2014

 

 

UPDATE:

Sehr geehrte Frau Michels,

mit Erstaunen haben wir Ihre Pressemitteilung mit dem Titel "Bericht aus Brüssel wird einkassiert" gelesen. Sie trifft leider nicht den Sachverhalt. Der WDR plant im Gegensatz, den "Bericht aus Brüssel" künftig in der ARD auszustrahlen, um ihn einem viel größeren Publikum zugänglich zu machen. Er soll ab September Sonntags um 12.45 Uhr nach dem "Presseclub" Hintergründe über die aktuelle Europapolitik liefern. Die Sendung wird in Verbindung mit dem "Europamagazin" laufen, das ebenfalls auf diesen Platz wechseln wird. Das Europamagazin war bisher nur ein europäisches Reportagemagazin, durch die Integration des "Berichts aus Brüssel" wird es künftig ein klar europapolitisch profiliertes Magazin sein. Auch der SWR wird in Abstimmung mit uns seine Europamagazin-Ausgaben künftig stärker europapolitisch profilieren. Im Ergebnis wollen wir eine Stärkung der europapolitischen Hintergrundberichterstattung in der ARD. Um das leisten zu können, erwägt der WDR, die europapolitische Berichterstattung im WDR Fernsehen in die aktuellen Informationssendungen zu integrieren, damit das ARD Studio Brüssel ausreichend Kapazitäten für den oben beschriebenen "Bericht aus Brüssel" in der ARD bekommt.

 

Mit freundlichen Grüßen
Michael Strempel

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