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Mehr Risikokapital für Klein- und Mittelstand

Redebeitrag Helmuth Markovs zum Skinner-Bericht \'Risikokapital\' am 2. Oktober vor dem Strassburger Plenum

Ich begrüße den vorliegenden Bericht zum Risikokapital, teile ich doch die Auffassung, dass damit die Chance besteht, Mittel zu akquirieren, die für Forschung, Entwicklung, Produktion und Markteinführung neuer Produkte aufzubringen sind und somit auch zusätzliche Arbeitsplätze schaffen können.

Übereinstimmung gibt es bei vielen Punkten wie z.B.:

Bereitstellung öffentlichen wie privaten Risikokapitals
Erleichterung der Zugangsbedingungen
Vorrangiger Einsatz von Risikokapital im KMU Bereich
Steuerliche Begünstigung bei Re-Investitionen von Gewinnen in Risikokapitalfonds
Vereinfachung und Kostenminimierung für Patentanmeldungen etc.

Das Gesamtkonzept gibt aber auch Anlass zu Kritik:

Wenn es insbesondere um Mittelstand in unterentwickelten Regionen geht, warum dann die absolute Konzentration auf innovative Dienstleistungen? Ich plädiere dafür, gleichfalls in neue Produkte des innovativen produzierenden Bereiches zu investieren, um Regionalentwicklung zu fördern.
Was nützt der wirklich gute Wille, in Gründung neuer Unternehmen, in Forschung und Entwicklung neuer Produkte Risikokapital einfließen zu lassen, wenn die für KMU sehr kostenintensive Markterschließung nicht mit integriert wird?
Wieso soll öffentliches Risikokapital nur dort eingesetzt werden, wo privates es nicht macht? Dies heißt doch a priori nichts anderes, als das höhere Verlustrisiko zu sozialisieren und die Gewinnerwartung zu privatisieren. Das ist eine Wettbewerbsverzerrung zu ungunsten öffentlichen Risikokapitals.
Wie wollen Sie gewährleisten, dass die im Bericht gewünschte stärkere Einbeziehung von Rentenfonds in Risikokapital nicht zum möglichen Verlust der eingezahlten Beträge führt und damit dem Ziel der Beitragszahler, sich Ihren Lebensabend abzusichern, zuwiderläuft?
Unklar bleibt, warum Fusionen auf dem Kapitalmarkt positive Effekte für Bereitstellung von Risikokapital bringen sollen. Die Erfahrung zeigt das Gegenteil: Je weniger Anbieter desto weniger Wettbewerb.

Konföderale Fraktion der Vereinten Europäischen Linken/Nordische Grüne Linke (GUE/NGL)