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Freitag, 26. April 2013, 18:00 - 21:00, Ückeritz

Fracking eine Brücke ins Nichts - Risikotechnologie unkonventionelle Erdgasförderung

Mit Christa Labouvie, Vorsitzende der Bürgerinitiative "Lebensraum Vorpommern" e.V.und Sabine Wils, MdEP DIE LINKE. im Europaparlament, Mitglied im Ausschuss für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Die Veranstaltung der Reihe "Europa vor Ort" von Sabine Wils findet auf Einladung von Christa Labouvie, die auch Mitglied des Kreisvorstandes DIE LINKE. Peene-Uecker-Ryck ist, in ihrer Region statt.

Mit dem Begriff Fracking wird eine Technologie beschrieben, die eine Politik von gestern befeuert, eine Politik, die nach wie vor auf fossile Energieträger setzt, eine Politik, die keinen Morgen kennt.
 
Anstelle der Energiewende wollen die Fracking-Jünger noch die letzten fossilen Ressourcen, die die Erde hergibt, irgendwie und um jeden Preis ausbeuten. Zahlen müssen die Geschädigten mit ihrer Gesundheit und zahlen muss auch die Gesellschaft für Umweltschäden und verseuchtes Trinkwasser.
 
Hydraulic fracturing (kurz: Fracking) existiert tatsächlich seit Jahrzehnten. Aber Methode, Technologie und Chemikalien die nun benutzt werden um neue, mehrere tausend Meter tief liegende Gasvorkommen auszubeuten, sind heftiger und riskanter als herkömmliche Gasbohrungen. Vor allem der Umfang der Aktivitäten sowie der Ansatz, harte Gesteinsformationen aufzusprengen, in denen das Gas lagert, sind neu.
 
Beim Fracking werden vertikale und horizontale Schächte gebohrt. Nach dem Bohren wird ein Mix, genannt "Slickwater", aus Wasser, Sand und meist giftigen Chemikalien unter extrem hohen Druck eingeführt. So wird das Gestein aufgebrochen bzw. aufgesprengt und das Gas freigesetzt.
 
Neben dem hohen Druck und den beigemischten Chemikalien, deren Anteil bis zu 20% beträgt, ist der hohe Wasserbedarf von durchschnittliche 11 Millionen Liter Wasser pro Bohrloch unakzeptabel und gleich aus mehreren Gründen problematisch:
 •Die Flüssigkeit, genannt "Produced Water", die zurück an die Oberfläche kommt und mit giftigen Stoffen und ggf. mit Salzen aus dem Gestein versetzt und oft auch radiaktiv ist, muss irgendwohin. Die Erfahrungen in den USA zeigen, dass das "Produced Water" am Ende bisweilen in umliegende Gewässer geleitet wird, da die Kläranlagen in der Regel nicht darauf ausgelegt sind, es aufzubereiten.
•Aber auch unter Tage ist offen, wohin sich der Wasser-Chemie-Mix überall hin bewegt, da er mit einem extrem hohen Druck unter Tage gebracht wird. Fracking hat wortwörtlich eine bombenstarke Wirkung und die enormen Mengen "Slickwater" breiten sich weitläufig aus. Auch auf dem Weg ins Bohrloch und zurück kann "Slickwater" austreten. Fracking ist daher eine enorme Gefahr für das Grundwasser und auch hier sind leider besorgniserregende Beobachtungen aus den USA bekannt.
•Zuletzt ist die Beschaffung dieser enormen Mengen an Wasser an sich unakzeptabel und kann die Frischwasservorräte von ganzen Gemeinden gefährden.
 
Wieder einmal wird eine riskante und umweltschädliche Technologie als Brückentechnologie deklariert, um Kritiker ruhig zu stellen. In diesem Fall als Brücke von fossilen hin zu erneuerbaren Energien. Anstatt viel Geld in Fracking zu stecken, sollte in Maßnahmen zur Energieeffizienz sowie in den Ausbau erneuerbarer Energien investiert werden. Dort würden die Investitionen tatsächlich ihren Zweck für eine Zukunft ohne endliche Energieträger erfüllen.
 
Durch technologischen Fortschritt allein ist eine nachhaltige Entwicklung nicht zu erreichen. Technologischer Fortschritt muss vielmehr durch eine Verhaltensänderung begleitet werden. Bei der Energiegewinnung ist dies besonders evident.
 

Where?

Strandstr. 2
17459 Ückeritz

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