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Fair Trade

Fairer und ethischer Handel muss die Normalität werden.

In Deutschland werden Jahr für Jahr immer mehr fair gehandelte Produkte nachgefragt. 2017 waren es Waren im Gesamtwert von 1,5 Milliarden Euro, oder durchschnittlich 18 Euro pro Kopf. Auf diese Weise werden faire Erzeugungspreise, verlässliche Handelsbeziehungen, und die Übernahme sozialer Verantwortung gefördert. Auch innerhalb Europas wird immer mehr auf Fairness in der Landwirtschaft geachtet.

 

Faire Agrarprodukte aus Europa erlebten einen Nachfrageanstieg von 51 Prozent. Weltweit nennen sich inzwischen 2.174 Städte „Fair Trade Towns“, die allermeisten davon liegen in Europa. In Großbritannien, Deutschland, Belgien, Österreich, Irland und den Niederlanden haben sich besonders viele Ratsversammlungen für diesen Weg entschieden. In Mittel- und Osteuropa gibt es bislang immerhin 12 Städte in Tschechien, daneben weitere zwei in Polen und eine in Estland. Leider hat sich das Konzept des fairen Handels östlich und südöstlich in der EU noch nicht so stark verbreitet, obwohl diese Prinzipien gerade auch im Kontext der in vielen EU-Staaten und in Drittländern entstandenen konkreten Formen einer sozialen und solidarischen Wirtschaft auch zur Förderung lokaler Produktion genutzt werden könnten.

Die Europaabgeordneten der Linken fordern: Fairer und ethischer Handel muss die Normalität werden. Was für Kaffee, Schokolade und Blumen immer besser funktioniert, sollte auch für alle anderen gehandelten Produkte zum Maßstab werden. Produktionsbedingungen müssen die Menschenwürde achten, anständige Löhne gewährleisten und die Umwelt schonen. Der Weg dahin ist noch weit, doch konnten im Großen wie im Kleinen bereits Fortschritte erreicht werden. Darauf ausgerichtet sind bereits vielfältige Initiativen: Ein wichtiger Schwerpunkt liegt auf den bisher im UN-Menschenrechtsrat laufenden Verhandlungen zu einem verbindlichen Abkommen der UNO über Unternehmensverantwortung für die Einhaltung der Menschenrechte in ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit; die Erarbeitung eines EU-Aktionsplans für die Umsetzung der UN-Leitprinzipien für Wirtschaftstätigkeit  und Menschenrechte in der Europäischen Union durch NGOs und Mitglieder des Europäischen Parlaments (EP-Arbeitsgruppe für Unternehmensverantwortung), die Arbeit an einem Vertrag für nachhaltige Investitionen zur Bewältigung des Klimawandels (Stockholm-Vertrag LAB) .

Im Kleinen kommt in der Praxis bei der Umsetzung von fairem Handel den Bürgerinnen und Bürgern und den Städten und Kommunen große Bedeutung zu. Auf Initiative von Helmut Scholz (DIE LINKE.) im Europaparlament, Barbara Duden (SPD) im Ausschuss der Regionen und dem Fair Trade Advocacy Office der sozialen Bewegungen in Brüssel, konnte die EU-Handelskommissarin Malmström überzeugt werden, einen Preis für die Europäische Stadt des fairen und ethischen Handels zu stiften. Erste Gewinnerin war 2018 die belgische Stadt Gent, aber auch einige deutsche Städte hatten sehr gute Bewerbungen eingereicht, darunter auch Dortmund, Saarbrücken und Hannover. Der Preis wird 2020 erneut vergeben werden und soll dabei helfen, das Prinzip fairer Handels- und Produktionsbedingungen immer besser in unserem täglichen Leben zu verankern, bis es irgendwann einmal zur Normalität geworden ist. In den Kantinen des Europaparlaments muss man heute schon extra etwas sagen, wenn man statt eines fairen Kaffees einen teureren „Luxuskaffee“ kaufen möchte.

Im Großen setzten die Abgeordneten der Linken im Europaparlament maßgeblich durch, dass die EU-Kommission künftig gegen Umweltdumping und gegen Sozialdumping in den internationalen Handelsbeziehungen Europas vorgehen kann. Es konnte eine Änderung der Handelsschutzinstrumente der EU durchgesetzt werden, wonach weltweit erstmalig die Kosten für Umweltschutz, für Sozialbestimmungen und Sicherheit am Arbeitsplatz berücksichtigt werden, wenn die EU-Kommission untersucht, ob der Preis für ein bestimmtes Konkurrenzprodukt aus anderen Teilen der Welt fair ist.

 

 

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