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Green Deal: Gerechter Strukturwandel braucht Geld und Gesetze, keinen Budenzauber!

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Change the System not the climate!

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Am heutigen Dienstag stellt die EU-Kommission in Straßburg ihr Investitionsprogramm im Rahmen des sogenannten Green Deals vor. Martina Michels, regionalpolitische Sprecherin und Cornelia Ernst, energiepolitische Sprecherin der Delegation DIE LINKE. im Europaparlament kommentieren die Vorhaben:

Martina Michels: „Frau von der Leyen betreibt mit ihrem neuen Investitionspaket schlichten Budenzauber! Mit einer Billion Euro soll die europäische Wirtschaft sozial gerecht umgebaut und bis 2050 klimaneutral werden. Doch hinter der Summe steht kein frisches Geld. Sie wird nur zustande kommen, wenn alle Mitgliedstaaten und privaten Investoren auch eigenes Geld in den ‚Green Deal‘ stecken. Ein entschiedener Kampf gegen die Erderhitzung geht anders.“

„Die Kommission sollte zumindest die 7,5 Milliarden Euro für den ‚Just Transition‘-Fonds auf ihren Vorschlag zum nächsten ‚Mehrjährigen Finanzrahmen 2021-2027‘ (MFR) draufpacken, zusätzlich zum Geld für die EU-Regionalförderung. Einfaches Umwidmen hilft dem Klima nicht. Hier müssen Europaparlament und EU-Kommission dem Rat gemeinsam klare Kante zeigen.“

Michels weiter: „Außerdem müssen die Mogelpackungen aufhören: Aus einem EU-Fonds den Klimaschutz, aus einem anderen klimaschädliche Großprojekte zu fördern, rettet das Klima nicht. Wir brauchen den Ausstieg aus fossilen Energien bis 2030 und wollen nur noch erneuerbare Energien fördern. Doch weil das Geld knapp ist, sollte der Fonds zuerst für jene Regionen da sein, die am meisten vom Kohleausstieg betroffen sind. Das Geld muss für die Menschen vor Ort sein. Damit sollen keine Großkonzerne entschädigt werden.“

Cornelia Ernst ergänzt: „Es muss sichergestellt werden, dass diese Gelder in die richtigen Sektoren fließen: also Ausbau des Nah- und Fernverkehrs auf der Schiene und des ÖPNV vor allen Dingen in den ländlichen Räumen. Hier muss den Kommunen dringend unter die Arme gegriffen werden. Die Kosten für die Nutzung der Bahn und des ÖPNV müssen sinken, damit der Klimaschutz nicht zulasten der normalen Einkommen geht.“

„Wichtig ist auch die Gebäudedämmung, denn damit können Mieter*innen Heizkosten sparen. Allerdings muss sichergestellt werden, dass die Kosten für die Gebäudedämmung von den Vermieter*innen oder der öffentlichen Hand getragen wird, aber auf keinen Fall von den Mieter*innen, die schon genug mit steigenden Mieten zu kämpfen haben. In der EU sind seit 2008 die Gaspreise im Schnitt um zwei Prozent jährlich gestiegen. Das muss aufhören! Und: Sachsen ist momentan Energieregion und kann es auch bleiben. Nur muss der Umstieg von Kohlekraft auf Sonne und Wind gelingen, damit Sachsen eine moderne, innovative Energieregion wird."

Martina Michels zum Investitionsprogramm im Rahmen des „Green Deals“

Mehr Information und Links zum Gesetzesvorschlag hier auf den Internetseiten der EU-Kommission. 

Die Linksfraktion im Deutschen Bundestag kommentiert : "Green Deal ist Mogelpackung" (Pressemitteilung von Alexander Ulrich, 14. Januar 2020)

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Change the system, not the climate! #ClimateEmergency

Just Transition needs fair budget and policy, not trickeries
Martina Michels (MEP), spokesperson for cohesion policy and Cornelia Ernst (MEP), spokesperson for energy policy for DIE LINKE. in the European Parliament (GUE/NGL) on the new investment programme of the European Commission which has been presented in Strasbourg today:

Martina Michels: "Ms. von der Leyen has dreamt up fantasy money with her new investment package! With a trillion euros, the European economy is supposed to be restructured in a socially just manner and to become climate neutral by 2050. However, there is no fresh money behind the sum. It will only come together if all Member States and private investors put their own money into the so-called ‘Green Deal’. That’s not a resolute fight against global warming."

"The Commission should put at least the 7.5 billion euros earmarked for the ‘Just transition fund’ on top of its proposal for the ‘Multiannual Financial Framework 2021-2027’ (MFF), in addition to the money for EU cohesion policy funding. Simply rededicating the money will not save the climate. The European Parliament and the EU Commission must be resolutely untied vis-á-vis the Council in this regard."

Martina Michels continues: "In addition, this whole charade must stop. Promoting climate protection from one EU fund and funding major climate-damaging projects from another will not save the planet. We need to phase out fossil fuels by 2030 and only promote renewable energies. Nevertheless, because money is tight, this new fund should at first provide support to the regions most affected by the phasing-out of coal mining. The money must be used on the locals and not for compensating large corporations."

Cornelia Ernst adds: “It has to be ensured that this money ends up in the right sectors: in other words, expanding local and long-distance transport by rail and public transport, especially in rural areas. The municipalities urgently need to be supported. The costs of using the train and public transport must decrease so that climate protection does not harm those on ordinary wages. "

“Providing the insulation of buildings is also important because it helps tenants to save heating costs. However, it must be ensured that the cost of insulation of buildings is borne by the landlords or the public sector and never by the tenants, as many are already struggling with rising rents. In the EU, gas prices have increased by an average of two percent annually since 2008. That has to stop! Saxony is currently an energy-producing region and can remain so. But the switch from coal power to solar and wind energy has to be successful so that Saxony becomes a modern, innovative energy region."

Konföderale Fraktion der Vereinten Europäischen Linken/Nordische Grüne Linke (GUE/NGL)