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Menschenwürdige Arbeit ist ein Schlüsselelement für Entwicklung

Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen,

Die Hälfte der Arbeitnehmer in der Welt hat ein Einkommen von weniger als zwei Dollar am Tag und die Hälfte der Weltbevölkerung verfügt über keinerlei Sozialschutz. Jedes Jahr sterben 2 Millionen Menschen an Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten und mehr als 160 Millionen Arbeitnehmer erkranken wegen arbeitsbedingter Risiken.
Die offiziell registrierte Arbeitslosigkeit ist nur die Spitze des Eisbergs. Die Armen können es sich gar nicht leisten, nichts zu tun. Viele arbeiten Stunde um Stunde unter oftmals unzumutbaren Bedingungen, um wenigstens etwas zu verdienen.
Die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten sollten alles daran setzen, die Förderung menschenwürdiger Arbeit bei der Umsetzung der Millenium Entwicklungsziele umfassend zu berücksichtigen. Eine gerechte und innovative Steuerpolitik muss her, ich denke hierbei beispielsweise an die Besteuerung von Finanz- und Währungstransaktionen.
Konzerne, die wiederholt gegen Menschenrechte und Arbeitsrechte in Entwicklungsländern verstoßen müssen durch Sanktionen zur Einhaltung der Kriterien menschenwürdiger Arbeit gebracht werden. Ein Ausschluss von der Vergabe öffentlicher Beschaffungsaufträge sowie von Exportkreditgarantien internationaler Finanzinstitutionen wäre hierfür ein geeignetes Mittel.
Es genügt nicht allein, dass sich die Institutionen der EU und der Vereinten Nationen für menschenwürdige Arbeit einsetzen. Notwendig ist eine intensivere Beteiligung der Arbeitsministerien, Arbeitnehmerverbänden und der Internationalen Organisation für Arbeit an der Ausarbeitung und Umsetzung sämtlicher Strategien zur Beseitigung der Armut sowie ein radikales Umdenken seitens der internationalen Finanz- und Wirtschaftsinstitutionen.
Darüber hinaus sollte die Europäische Union als Arbeitgeber in Entwicklungsländern mit gutem Beispiel voran gehen, insbesondere durch eine Erhöhung der Löhne gemäß der Empfehlung 135 der IAO betreffend die Festsetzung von Mindestlöhnen.
Wir brauchen eine europäische Entwicklungs- und Handelspolitik, die die Menschen in die Lage versetzt, ihr Leben ökonomisch besser zu meistern. Sonst bleiben sie in der Armutsfalle.
Vielen Dank.

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