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20 Jahre UN-Kinderrechtskonvention - 20 Millionen Kinder leben EU-weit in Armut

"20 Jahre nach Unterzeichnung der UN-Konvention über die Rechte des Kindes sehen die Regierenden der reichen Länder dem Hungern und Sterben von Millionen Kindern in der Welt noch immer desinteressiert zu. Sie einigen sich nicht auf konkrete Vereinbarungen im Kampf gegen Hunger und lassen Gelegenheiten wie den Welternährungsgipfel ergebnislos verstreichen. Das ist ein Skandal sondergleichen", erklärt Gabi Zimmer.

Weltweit ist die Situation vieler Kinder verheerend. Obgleich es in Artikel 27 der Konvention heißt: "Die Vertragsstaaten erkennen das Recht jedes Kindes auf einen seiner körperlichen, geistigen, seelischen, sittlichen und sozialen Entwicklung angemessenen Lebensstandards an", spricht die Realität eine andere Sprache:


  • 600 Millionen oder 1/4 der Kinder weltweit leben in absoluter Armut.

  • Eine Milliarde Kinder wachsen in Kriegs- und Krisengebieten auf.

  • 150 Millionen oder 1/6 der Kinder in Entwicklungsländern verrichtet Kinderarbeit.

  • 8,8 Millionen Kinder sterben in den ersten Lebensjahren.

  • 101 Millionen Kinder gehen nicht zur Schule.

  • 51 Millionen Kinder werden bei der Geburt nicht registriert.

  • 60 Millionen Mädchen werden Opfer von Kinderheirat.



Auch in der EU leben noch immer fast 20 Millionen Kinder in Armut. Die reichen Industriestaaten Europas sind nicht gewillt, diese Misere endgültig zu beenden. Gabi Zimmer fordert die EU-Mitgliedsstaaten auf, endlich verbindliche Ziele und Aktionen zu beschließen, um Kinderarmut in Europa und weltweit aktiv zu bekämpfen. Sie erinnert an die Forderung des Europaparlaments aus dem Jahr 2008, die Kinderarmut in den Mitgliedsländern bis 2012 zumindest zu halbieren und sich dem Phänomen der Straßenkinder zu stellen.

"Auch in Deutschland sind die Rechte des Kindes noch längst nicht Staatsziel geworden. Es wächst die Kluft zwischen gut abgesicherten Kindern und denen, die arm sind" sagt Zimmer und verweist etwa auf die neun Prozent eines Schuljahrgangs ohne Abschluss - die soziale Herkunft spielt dabei die größte Rolle.

Zimmer: "Kinderrechte müssen im Grundgesetz verankert werden, damit sie, wie in der UN-Konvention gefordert, bei allen politischen Entscheidungen berücksichtigt werden. Kinderrechte müssen Vorrang haben."


"Die Beendigung der Kinderarmut, die Durchsetzung der Rechte des Kindes und die Schaffung von Bedingungen, die Kindern - egal wo sie leben - eine glückliche Kindheit ermöglichen, muss endlich verpflichtende Aufgabe auf allen Ebenen der Politik sein. Die Rechte des Kindes können weltweit nur durchgesetzt werden, wenn es gelingt, eine ganzheitliche und kohärente Politik zu entwickeln, die alle Politikbereiche und -ebenen durchzieht. Dieser reicht von der Sozial- über die Handelspolitik und Entwicklungshilfe bis hin zur Vermeidung bewaffneter Konflikte. Kinderrechtspolitik im Besonderen ist Menschenrechtspolitik im Allgemeinen" so Zimmer abschließend.

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