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Abschiebungen von Roma

Ausführungen von einer Minute zu Fragen von politischer Bedeutung

Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich spreche mich eindringlich gegen die von der Bundesrepublik Deutschland betriebenen Abschiebungen von Roma und anderen Minderheiten in das Kosovo aus. Demnächst sollen jährlich ca. 2 500 Abschiebungen erfolgen, und betroffen sind vor allem 10 000 Roma, aber auch Ägypter und Aschkali.
Viele von ihnen leben seit mehr als 10 Jahren in Deutschland, haben dort Schutz vor Vertreibung, Verfolgung und Gewalt gefunden. Auch in Österreich, Belgien, Ungarn und Frankreich beginnen Abschiebungen. Ich spreche mich gegen diese Abschiebungen aus, weil die Situation von Minderheiten, insbesondere von Roma, im Kosovo untragbar ist. Sie sind zu 100 % arbeitslos, und im Kosovo fehlen jegliche Mittel für eine menschenwürdige Unterbringung dieser Leute. Ein Leben in Lagern oder im bleiverseuchten Mitrovica ist die Perspektive. Und letztlich appelliere ich auch an die historische Verantwortung Deutschlands aus Respekt vor den Opfern im Zweiten Weltkrieg, von Roma und Sinti, die verfolgt und systematisch ermordet wurden. Verantwortung ist in dieser Geschichte auch zu tragen ...
(Es gilt das gesprochene Wort.)

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