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EU-Abgeordneter regt Sozialwort der europäischen Kirchen an

Politik und Kirchen - Der EU-Abgeordnete und Theologe Jürgen Klute hat sich für ein gemeinsames Sozialwort der Kirchen in Europa ausgesprochen. Den Kirchen böte sich damit eine gute Möglichkeit, neue Vorschläge für einen "Sozialstaat der Zukunft" in die Debatte einzubringen, sagte Klute in einem epd-Gespräch. Das Sozialwort könnte auch die Frage nach einem einheitlichen europäischen Sozialsystem thematisieren.

Der frühere Herner Sozialpfarrer, der seit dem vergangenen Sommer für die Partei "Die Linke" im Europäischen Parlament sitzt, greift mit seinen Äußerungen einen Vorschlag des stellvertretenden Vorsitzenden der Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, auf. Der rheinische Präses hatte unlängst angeregt, die beiden großen Kirchen in Deutschland sollten nach 1997 erneut ein gemeinsames Wort zur sozialen Frage erarbeiten.

Klute verwies darauf, dass in den Niederlanden, in Österreich und in Skandinavien die Kirchen ein aktuelles Wort zur Sozialpolitik veröffentlicht hätten. An diesen Äußerungen könne die Konferenz europäischer Kirchen für ein gemeinsames europäisches Sozialwort anknüpfen.

Der Sozialethiker kritisierte das "halbherzige Vorgehen" der EU in der Bekämpfung der Wirtschaftskrise. Die Forderung der EU, die durch die Finanzkrise verursachten Neuschulden bis spätestens 2014 wieder einzusparen, sei kontraproduktiv und gefährde Arbeitsplätze, sagte Klute. Die EU erwarte von ihren Mitgliedsländern, dass sie das Sparziel durch Eingriffe in den Sozialstaat erreichen. So solle das Renteneintrittsalter angehoben und die Leistungen im Gesundheitswesen und im Pflegebereich eingeschränkt werden.

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