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Politische Rahmenbedingungen und technische Möglichkeiten beim Schiffbau zum Schutz des Klimas

Die maritime Industrie steht derzeit vor gewaltigen Herausforderungen: Einerseits verstärken gerade die sich entwickelnden Schwellenländer – auch bedingt durch die gerade durchlaufende Wirtschaftskrise – massiv den Druck auf die europäische Schiffbauindustrie. Dadurch gehen immer mehr Arbeitsplätze in diesem Sektor verloren.

Andererseits steht die maritime Industrie vor neuen Aufgaben: Gerade die in Zukunft anstehende Energie- und Rohstoffgewinnung aus dem Meer kann nur gelingen, wenn dahinter eine leistungsfähige Schiffbau- und Offshoreindustrie dahinter steht.

So hat beispielsweise die brasilianische Regierung im Zusammenhang mit dem Börsengang von PETROBRAS angekündigt, dass Brasilien in den nächsten 5-7 Jahren mindestens 150 Mrd. USD zum Aufbau einer leistungsfähigen Schiffbau- und Offshoreindustrie aufbringen will, wobei 70% der Summe im Lande reinvestiert werden soll [14]. Das zeigt, welche grundsätzliche Bedeutung weitblickende Länder der maritimen Industrie beimessen. Daneben steht – wegen der Problematik des Klimawandels – Einsparung von Energie wesentlich im Fokus, sodass sich der Industrie dadurch neue Marktchancen eröffnen.


Wegen der grundsätzlich wichtigen Bedeutung der maritimen Industrie hat die Delegation DIE LINKE. im Europaparlament bei der TU Hamburg-Harburg eine Studie beauftragt, in welcher folgende Fragestellungen zu bearbeiten sind: Es sollen die politischen Rahmenbedingungen und technischen Möglichkeiten beim Schiffbau zum Schutz des Klimas und der Umwelt sowie für die Schaffung zukunftsfähiger Arbeitsplätze bei den deutschen Werften diskutiert werden. Dabei sollten folgende Themenkomplexe besonders berücksichtigt werden:

  • Politische Bewertung der Ist-Situation
  • Technische Möglichkeiten im Schiffbau zum Schutz des Klimas und der Umwelt
  • Schutz der Beschäftigten im Schiffbau und in der Seeschifffahrt
  • Politische Rahmenbedingungen für eine Umsetzung


Damit gliedert sich die zu erstellende Studie formal in einen rein technischen Teil, in welchem es darum geht, gewisse Möglichkeiten aufzuzeigen, durch als vernünftig erkannte technische Verbesserungen den Schutz menschlichen Lebens sowie der Umwelt die Schiffe insgesamt auf ein so technisch anspruchsvolles Niveau zu heben, dass diese in Deutschland wettbewerbsfähig hergestellt werden können. Dieser Anspruch ist zunächst qualitativ zu formulieren. Dann ist quantitativ zu hinterfragen, in welchem Umfang die vorgeschlagenen Maßnahmen gegebenenfalls umgesetzt werden müssen, um das geforderte Ziel zu erreichen. Dadurch erhält die Studie schon aus formalen Gründen einen politischen Hintergrund, weil die eventuell als sinnvoll formulierten Maßnahmen möglicherweise eines politischen Anschubes bedürfen, um gegebenenfalls umgesetzt zu werden.

Weil die Studie technisch hinreichend komplexe Sachverhalte behandeln muss, ist es unumgänglich, an verschiedenen Stellen zumindest die zum Verständnis notwendigen technischen Grundlagen und Prozesse aufzuzeigen, wobei dies in allgemein verständlicher Weise erfolgt. Solche technischen Grundlagen mögen dem Laien vielleicht schwer verständlich sein, es ist aber zwingend notwendig, diese in der angemessenen Breite darzulegen. Denn die Autoren haben in der Vergangenheit immer wieder die Erfahrung machen müssen, dass eine verknappte Darstellung komplexer technischer Sachverhalte dazu führt, dass die falschen – weil allzu offensichtlichen – Schlussfolgerungen gezogen werden, und das oftmals auch durch die Politik.

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